Synergie-Workshop ProNaK

von ProNaK-Team

Einen Tag vor Nikolaus kamen in Traunreut das ProNaK-Verbundteam sowie die Transferpartner und der Projektträger Jülich zusammen, um gemeinsam die Ergebnisse der ersten Phase von ProNaK zu besprechen und daraus die nächsten Schritte abzuleiten.

Über 30 Personen aus unterschiedlichen Institutionen waren dafür zusammen gekommen und wurden am Vormittag zunächst von Claudia Munz (GAB München e.V.) durch mehrere Übungen in den Ansatz des erfahrungsgeleiteten Arbeiten und Lernens eingeführt. So konnten die Teilnehmenden ganz praktisch und am eigenen Leib die Bedeutung des erfahrungsbasierten Ansatzes für die Entwicklung von Nachhaltigkeitskompetenz in der Produktion erleben.

Für das Team stellte dann Projektleiterin Dr. Petra Schütt vom ISF München e.V. zunächst den Rahmen des Projekts ProNaK und die Erkenntnisse aus der Analysephase vor. In Traunreut waren über 20 ausführliche leitfadengestützte Interviews geführt worden, die als Grundlage für das Vorgehen bei den Workshops im zweiten Teil des Jahres 2014 dienten. Dabei wurde deutlich, dass Ressourceneffizienz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sich nicht nur auf klassische Maßnahmen beschränkt wie Licht ausschalten oder Maschinen auszuschalten, wo es möglich ist. Zentral sind auch die Sicherung reibungsloser Produktionsbedingungen und Verbesserungen im Produktionsprozess, die als Ideen auf die Erfahrungen der Mitarbeitenden zurückgehen. Instrumente, die produktionsbezogene Nachhaltigkeitskompetenzen in der Belegschaft aufbauen, sind daher darauf ausgerichtet, für diese Handlungsoptionen zu sensibilisieren und Rahmenbedingungen für ihre Ermöglichung bereitzustellen.

Am Nachmittag stellten Jost Buschmeyer (GAB München e.V.) und Thomas Löffler (TU Chemnitz) dann das Konzept der Kompetenzentwicklungsmaßnahme in ProNaK sowie die konkrete praktische Umsetzung im Pilotbetrieb in Traunreut vor. Durchgeführt wurden bereits drei Workshops mit Mitarbeitenden und ein Workshop für Führungskräfte. Die Teilnehmenden entwickelten dabei eigene Projekte, die sie zwischen den Workshops eigenverantwortlich und in Kooperation mit Anderen verfolgen. Die Projekte wurden schrittweise erweitert und dadurch Kompetenzen der Mitarbeitenden aufgebaut. So lernen die Teilnehmenden für ihre Projekte beispielsweise auch die entsprechenden Berechnungen durchzuführen, um zu erkennen, wie viel Strom und damit Kosten sowie CO2 eingespart werden. Auf diese Weise werden Kompetenzen im aktiven Arbeiten am Gegenstand entwickelt.

Um die Ergebnisse zu präsentieren, folgte eine Podiumsdiskussion mit drei Führungskräften im Pilotbetrieb Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH in Traunreut, die über ihre Erfahrungen berichteten und ihre persönlichen Eindrücke schilderten. Stefan Schirm (Abteilungsleiter Arbeitssicherheit und Umweltschutz), Manfred Felber (Abteilungsleiter Oberflächen- und Kunststofftechnik) und Albert Rieder (Meister der Kunststofffertigung) beantworteten Fragen der Transferpartner und des Projektträgers. Sie zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen der Qualifizierungsmaßnahme mit dem ProNaK-Ansatz, die mit der Pilotgruppe – Produktionsmitarbeiter aus der Kunststofffertigung – erzielt werden konnten. Manfred Felber etwa gab an: „Was mich am meisten beeindruckt hat: Die Leute machen mit, engagieren sich von selbst für die Sache“. Auch Stefan Schirm glaubt: „Mit diesem Ansatz können wir unser Ziel 5 Prozent Einsparung durch Mitarbeitende sicher erreichen, vielleicht sogar noch mehr“. Albert Rieder, der täglich direkt mit den Teilnehmenden der Workshops zusammenarbeitet, stellt ein gewachsenes Interesse der Mitarbeitenden für das Thema Ressourcenverbrauch im Unternehmen fest. „Da haben natürlich auch wir Führungskräfte nun eine Verantwortung.“

Um die Kompetenzmaßnahme auch über den Pilotbetrieb hinaus zur Anwendung zu bringen, wurde schließlich ein Transferkonzept von Claudia Munz und Florian Gasch (beide GAB München e.V.) zur Diskussion gestellt. Das Konzept geht von einem Open Source Ansatz aus, das heißt, Interessierte haben grundsätzlich freien Zugang zu allen Instrumenten, die in ProNaK erarbeitet werden. Neben der Entwicklung von Informationsmaterialien steht hier auch die Vermittlung des Ansatzes über die Unternehmensverbindungen der Transferpartner im Zentrum. Darüber hinaus soll ein Train-the-Trainer Modell dafür sorgen, dass Unternehmen und Transferpartner befähigt werden, in Zukunft selbstständig ProNaK-Workshops durchzuführen. Der ProNaK-Verbund unterstützt und berät Transferpartner und Unternehmen beim Aufbau der dafür notwendigen Rahmenbedingungen.

Die Transferpartner zeigten sich sehr interessiert daran, den ProNaK-Ansatz im neuen Jahr mitzutragen.

Haben Sie auch Interesse an den Maßnahmen von ProNaK? Setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

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